ACC 5. Lauf 2018 Mattighofen (OÖ)


Walter Feichtinger krönt sich zum ACC Pro-Champion

Erstmals in der Geschichte der Austrian Cross Country Championships geht der Profititel an einen Fahrer des MSC Mattighofen. Walter Feichtinger konnte den Punktevorsprung aus Kleinreifling zuhause souverän über die Ziellinie bringen und krönte sich mit dem Laufsieg in Mattighofen zum Champion der XC-Pro Klasse. Bei tollem Herbstwetter konnte einzig Matthias Wibmer, der in der Meisterschaft heuer keine Rolle spielte, dem Schalchner paroli bieten. Die beiden lieferten sich vor den Augen zahlreicher Fans zwei Stunden lang ein spannendes Duell um den Sieg. Das Heimpublikum kam auch in Lauf 3 voll auf ihre Kosten. Localhero Marcel Sieber bewegte seine KTM am schnellsten um die Strecke und konnte nach langer Verletzungspause einen Laufsieg in der Juniorenklasse verbuchen. Das gleiche Kunststück gelang auch Andreas Birgmann. Er ließ in Lauf 1 bei den Senioren nichts anbrennen und konnte mit relativ großem Vorsprung ebenfalls gewinnen. Weitere Podestplätze für den MSC Mattighofen konnten Wolfgang Bachleitner und Steinberger Sven nach Hause fahren, alle anderen Ergebnisse gibt es auf der ACC Homepage nachzulesen.

Persönliche Eindrücke:

Walter Feichtinger (XC Profi): Vor dem Start war ich sehr nervös, konnte ihn aber für mich entscheiden. Mit wenig Vorsprung kam ich durch die erste Zeitkontrolle. Die zahlreichen Fans, egal wo ich hin blickte, motivierten mich extrem, mein Bestes zu geben. Matthias Wibmer, mein Verfolger, machte einen gewaltigen Druck hinter mir, er war so zwischen 2-3 Sekunden an mir dran. Nach über einer Stunde des Rennverlaufs passierte mir ein kleiner Ausrutscher, zugleich legte ich einen Tankstopp ein. Mein Kontrahent übernahm mit 27 Sekunden Vorsprung die Führung. Die Fans setzten bei mir so viel Kraft frei sodass ich mir zwei Runden vor Schluss die Führung zurück erkämpfte.
 

Anna-Larissa Redinger (Gästeklasse): Unfassbar, dass beinahe ein Jahr seit meiner Knieverletzung vergangen ist! Die Betonung liegt auf “beinahe”…  Schon das ganze Jahr verfolge ich den Kalender der Austrian Cross Country Serie, immer mit dem Gedanken “Geht sich vielleicht ein Lauf aus?”. Im Juni bin ich zum ersten Mal seit meinem Sturz im Oktober 2017 wieder auf ein Motorrad gestiegen. Den Sommer habe ich genutzt, um wieder zu meiner alten Form zu gelangen.  Erst vor ein paar Wochen hatte ich das Gefühl, dass mir “der Knopf aufgegangen” ist, zeitgleich fiel dann auch der Entschluss bei meinem Heimrennen und dem letzten Rennen der Cross Country Saison an den Start zu gehen. Ich startete um 13.00 in der Gästeklasse bei den Herren. Warum nicht in der Damenklasse? Nun, nachdem ich nicht die ganze Meisterschaft gefahren bin und wirklich nur zu Gast war, schien es mir passend auch in der dazu vorgesehenen Klasse zu starten. Außerdem war es ganz schön angenehm beim ersten Rennen nach der Verletzungspause gelassen und ohne Stress am Morgen an den Start zu gehen. Mein Start war nicht berauschend, aber nachdem ich mir auch fest vorgenommen hatte klug und bedacht zu fahren, wollte ich nicht schon zu Beginn des Rennens Risiken eingehen. Wir waren um die 90 Fahrer in der Klasse und nach dem Startschuss reihte ich mich auf Platz 78 ein. Erstaunlicherweise fand ich sehr schnell einen tollen Rythmus und fühlte mich von Runde zu Runde wohler. Beim Überholen war ich zu Beginn noch übervorsichtig und bin zeitweise längere Streckenabschnitte einfach nur “hinten nachgefahren”  Im Laufe des Rennens wurde das aber viel besser. Und am Ende konnte ich doch mehr als 20 Fahrer überholen und landete auf Platz 55. Konditionstechnisch ging es mir viel besser als erwartet. Beim Training zu Hause auf meinem Hometrack bin ich nie auf Distanz gefahren, es war also ein bisschen ein Sprung ins kalte Wasser, ob ich die 2 Stunden durchhalte oder nicht. Nachdem ich aber während des Rennens nie am Limit oder mit 100% gefahren bin, konnte ich mir meine Energie super einteilen. Das Knie habe ich nicht ein einziges Mal gespürt. Es ist so, als wäre nie etwas gewesen! Mein Ziel war es das Rennen zu finishen, ohne Sturz und ohne Verletzung, um wieder Vertrauen zu erlangen und primär einfach um Spaß zu haben. Das habe ich geschafft und ich bin unheimlich stolz darauf!  Ich bin dankbar und überglücklich, dass  mein erstes Rennen nach der Verletzungspause kein Jahr gedauert hat ( :D)  und das ich es mit so vielen positiven Gefühlen verbinden kann. Die Motivation nun über den Winter wieder gut zu trainieren und mich auf die Saison 2019 vorzubereiten ist massiv gestiegen! Ein rießen großes Dankeschön an all meine Sponsoren und Partner, die mich auch in den letzten Monaten weiterhin unterstützt haben! Danke an meine Freunde und meine Familie fürs da sein und Anfeuern! Und Danke an meinen Verein den MSC Mattighofen, der eine grandiose Strecke in den Wald gezaubert und so ein für mich unvergessliches ACC Finale ermöglicht hat.

Manuel Eder (XC Youngster): Zum ersten Mal fuhr Manuel Eder bei dieser Serie mit und konnte Enduroluft schnuppern. Beim Start kam er gut weg und fuhr gleich auf Platz 2. Diesen konnte er trotz perfekter Streckenbedingungen nicht lange halten. In der ersten Stunde hielt er den 5. Platz.
Schnell merkte Manuel, dass seine Youngster Kollegen erfahrener sind als er und er musste sein
Tempo etwas drosseln. Trotz alledem erreichte der junge Fahrer den 8. Platz.
Sein Ziel war es, sich mit den älteren zu messen und unfallfrei durchs Rennen zu kommen.
Wir werden hoffentlich noch mehr von Manuel im nächsten Jahr sehen.
 
Marcel Sieber (XC Junior):Nach einer extrem langen Verletzungspause wegen einer komplizierten Verletzung am Handgelenk fuhr Ich nach über einem Jahr wieder ein 2h - Rennen. Zum Spass, um mit meinen Freunden ein Rennen zu fahren. Gleich am Start gings super in das Rennen, Ich konnte schon als Führender in die erste Kurve einbiegen und gleich mal Meter machen.. Nach kurzer Zeit hatte ich ziemlich mit harten Unterarmen zu kämpfen, wobei ich auch die Führung kurz abgeben musste.. Mit „halbgas“ gings eine halbe Stunde so durchs Rennen.. um die harten Unterarme weg zubekommen. Nach 1h Renndauer konnte Ich wieder perfekt fahren und wusste das es jetzt wieder nach vorne geht. Gleich darauf schloss Ich auf den Führenden (Clemens Forthuber) auf und konnte ihn darauf durch einen Sturz von Ihn überholen. Wie jedes Jahr war das Heimrennen und die Strecke ein Traum. 
Ich fühle mich Zuhause extrem wohl.. Seit 2014 konnte Ich jedes Jahr in der jeweilige Klasse gewinnen (2014-2015-2016-2018) ebenso wie dieses Jahr.. War extrem glücklich darüber & es gab mir wieder Motivation für die nächste Saison.. das Rennen hat gezeigt - ich kann doch noch fahren ;-)
 
Links:

http://acc.xcc-racing.com/


Inhalt: M. Sattlecker