Hellas Rally Raid 2015

HELLAS RALLY RAID 2015, so war‘s!
Nach langer Vorbereitungszeit und Vorfreude ging‘s Anfang Mai endlich los, das Rallye Team des MSC-Mattighofen, bestehend aus Wolfgang Bachleitner, Jonny Böhm, Roland Ennsmann, Max Nentwich und Martin Weichenberger machte sich auf den Weg gen Süden.
Max, Jonny und Bert fuhren mit Transporter und Hänger die Motorräder samt Ausrüstung via Venedig mit der Fähre nach Igoumenitsa in Griechenland und von dort weiter bis nach Nafpaktos, dem Austragungsort der Hellas Rally 2015. Martin, Roland und Wolfgang hatten es etwas bequemer, sie reisten mit dem Flugzeug von Wien nach Athen an und man traf sich Sonntagabend im Fahrerlager am Stadtrand von Nafpaktos.
 
Montag, 4. Mai:
Die administrative und technische Abnahme stand auf dem Programm. Im Gegensatz zu vor zwei Jahren ging die ganze Sache sehr zügig und Problemlos voran und bereits zu Mittag war für uns alles erledigt.
Am Abend ging im Stadtzentrum am alten Hafen noch die Fahrerpräsentation über die Bühne, bei der jeder Teilnehmer persönlich vorgestellt wurde.
 
Dienstag, 5.Mai:
Erster Fahrtag, 237km Gesamtdistanz, 2 Sonderprüfungen zu je ca. 72km
Die Strecke führte durch das Hinterland von Nafpaktos mit sehr „Endurolastigen“ Sonderprüfungen.
Das Roadbook war korrekt, die Navigation relativ einfach, für einen ersten Rallytag aber durchaus passend um sich wieder ans Fahren nach Roadbook zu gewöhnen.
Die Platzierungen nach dem ersten Tag: Roland 12., Wolfgang 15., Jonny 25., Max 26., Martin 31.
 
Mittwoch, 6.Mai:
Es wird ein langer Tag werden, 2 Sonderprüfungen zu je 110km und eine Gesamtstrecke von 380km
Heute ging‘s über die weltweit zweitlängste Schrägseilbrücke (2883m) über den Golf von Korinth nach Süden auf den Peloponnes.
In der Ersten Sonderprüfung waren im Roadbook einige Kleinigkeiten nicht 100% korrekt und somit hatte Roland (und auch einige andere Teilnehmer) ein paar extra Kilometer absolviert. Die restlichen Mattighofener waren etwas sorgfältiger bei der Navigation und kamen gut durch die erste SP. Die endlos erscheinende Berglandschaft des Peloponnes entschädigte für die Anstrengung.
Nach einem kurzen Service im Bergdorf Kalavrita ging‘s gleich weiter zur zweiten SP des Tages bei der Roland mit der nötigen Wut im Bauch die 7. Zeit markierte. Abschließend ging's wieder über die Brücke retour nach Nafpaktos. Am Abend stand dann noch Motorradservice inkl. Reifenwechsel am Programm.
Zwischenergebnis nach Tag 2: Roland 10. , Wolfgang 13., Martin 15., Max 18., Jonny 20.
 
Donnerstag, 7.Mai:
Heute wieder nördlich vom Golf von Korinth, galt es 2 Sonderprüfungen zu je ca. 60km zu bewältigen, Tagesdistanz inkl. Verbindungsetappen 230km
Es machen sich erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar und wir ließen es heute etwas relaxter angehen, was sich auch in den Ergebnissen niederschlug.
Zwischenstand nach Tag 3: Roland 12., Wolfgang 13., Martin 17., Jonny 21., Max 24.
 
Freitag 8.Mai:
Heute war der Tag mit den meisten Sonderprüfungskilometern der gesamten Rallye, 3 Prüfungen mit 94km, 122km und 58km.
Da hieß es Kräfte einteilen und materialschonend fahren. Auf insgesamt 278 Sonderprüfungskilometern kommt keiner Fehlerfrei durch, im Großen und Ganzen lief der Tag für die MSC Delegation aber zufriedenstellend.
Zwischenstand nach Tag 4: Roland 11., Wolfgang 13., Martin 18., Jonny 21., Max 23.
 
Samstag 9.Mai:
Es ging zum zweiten Mal Richtung Süden auf den Peloponnes. Ursprünglich waren 3 Sonderprüfungen geplant (107km, 36km und 106km), die dritte Prüfung wurde aber bereits am Vorabend Aufgrund einer Hangrutschung abgesagt. In der zweiten Prüfung unterlief dem Veranstalter ein gröberer Fehler im Roadbook, somit war auch für diese Prüfung keine faire Wertung machbar und musste im Nachhinein neutralisiert werden. Es sollte aber trotzdem ein Ereignisreicher Tag werden.
Für Max war der Tag schon mehr oder weniger gelaufen, bevor es überhaupt losging. Er übersah eine Anweisung im Roadbook und fuhr zum Start der Sonderprüfung des 2.Tages. Bis er bemerkte, dass er falsch war und den richtigen Weg gefunden hatte, war er bereits um 18 Minuten zu spät, ansonsten hätte seine Zeit trotz einer Beinahe-Kollision mit einer Kuh für den 22. Tagesrang gereicht.
Leider hatte der KTM Werksfahrer Sam Sunderland  in der ersten SP nach ca. 40km eine enge Rechtskurve übersehen und ist mit seinem Motorrad ca. 30m über eine steile, steinige Böschung abgestürzt. Er kam „glücklicherweise“ mit eine Schlüsselbeinbruch und 2 angeknacksten Rippen noch relativ glimpflich davon. Jonny kam gerade an der Unfallstelle vorbei als die Rettungskräfte dort eintrafen und er half bei der Bergung von Sam. Die Zeit für Erste Hilfe wird beim Ergebnis berücksichtigt und am Abend wieder gutgeschrieben.
Zwischenstand nach Tag 5: Roland 11., Wolfgang 12., Martin 17., Jonny 20., Max 24.
 
Sonntag 10.Mai:
Der letzte Tag, eine SP mit 68km, Gesamtstrecke 170km
Wenn wir auch alle gerne Motorrad fahren, es war keiner beleidigt, dass der letzte Fahrtag gekommen war.
Die Sonderprüfung führte nochmal durch das Gebiet, in dem Bereits am ersten Tag gefahren wurde, somit musste man bei der Navigation extrem vorsichtig sein, um nicht durch alte Spuren in die Irre geleitet zu werden.
Aufgrund eines technischen Problems von KTM Werksfahrer Matthias Walkner (Etappensieger bei der Dakar 2015) am zweiten Tag, ging‘s heute zwischen Roland und Wolfgang um die Ehre des bestplatzierten Österreichers. In der Gesamtwertung trennten die Beiden vor dieser letzten SP nur 12 Sekunden. Die Streckenführung der letzten SP kam aber der kleinen 250-4T von Roland mehr entgegen als der 500er von Wolfgang und war somit um fast 4 Minuten schneller im Ziel.
Daraus ergaben sich folgende Platzierungen in der Gesamtwertung:
 
Roland Ennsmann 12.
Wolfgang Bachleitner 13. 
Martin Weichenberger 18. 
Johnny Böhm 20.
Max Nentwich 24.
 
In der Wertung der Motorräder über 450ccm holte Wolfgang den tollen 2. Platz, in der Wertung der Veteranen (Fahrer über 47 Jahre) holte er den 3.Platz.
Unsere Teamfahrer hatten während der gesamten Woche keinerlei technische Probleme und abgesehen von kleineren Ausrutschern auch keine Stürze zu verzeichnen.
Nicht unerwähnt soll auch die gute Betreuung durch unseren früheren MSC-Obmann Bert Steinberger bleiben, der uns am Etappenziel immer mit einer zünftigen Jause und gut gekühltem Bier in Empfang nahm.
Die Organisation der Hellas Rally 2015 hatte alles perfekt im Griff und es wird mit Sicherheit nicht das letzte Antreten des MSC-Mattighofen Rallye Teams in Griechenland gewesen sein.
Ein besonderer Dank gilt auch noch unseren Sponsoren, ohne deren Unterstützung die Teilnahme um einiges schwieriger gewesen wäre.
 
 

Inhalt: Jonny Böhm, M.Sattlecker